Leidenschaftlich Lernen e.V.

Wie Schools of Trust gezeigt hat, dass es funktionieren kann

“Schools of Trust” ist zu allererst ein Dokumentarfilm über alternative Schulen, der in etlichen Sprachen untertitelt und seit seiner kostenlosen Veröffentlichung auf Youtube fast 20 000 mal angesehen wurde. Doch hinter diesem Film steht auch eine Bewegung, deren Ziel es ist, Schülern, Lehrern und Eltern, die nach Alternativen zur Bildung in Regelschulen suchen, das zu geben, was sie brauchen: Inspiration, Informationen und Unterstützung. Denn selbst die Gründer von “Schools of Trust” hatten Fragen wie „Kann freie Bildung denn wirklich funktionieren?“ und „Wie gründet man eine freie Schule?“.

Alles begann wie bei vielen guten Ideen: mit Langeweile und Frustration. Im Oktober 2011 saß Christoph, Physiklehrer an einem Hamburger Gymnasium, in einem Café und suchte. Suchte nach Antworten auf die Fragen, die ihn dazu gebracht hatten, seine Lehrerbeschäftigung auf fünfzig Prozent zu reduzieren. Dies, nachdem er jeden Tag in der Schule beobachten konnte, wie Kinder die Lust am Lernen verlieren. Er dachte darüber nach, Psychologie im Fernstudium zu studieren, und verbrachte seine freie Zeit damit, sich mit seinem Laptop in einem Cafe sitzend weiterzubilden.

So entdeckte er eines Tages ein Video über die Sudbury Valley Schule in den USA – und damit eine für ihn vollkommen neue, beeindruckende, fast schockierende Art von Schulen. Getrieben von der Frage „Kann das denn wirklich funktionieren?“ verschlang er Literatur wie „Free at Last“ und besuchte die Gründungsitzungen der freien Schule Infinita. Geboren war damit die Idee, selbst eine Schule zu gründen, die „Die Schule des Lebens“ heißen sollte.

„Wir gründen jetzt eine Schule“

Ein paar Monate später traf Christoph auf den damals 19-Jährigen Leon, einen an dem Sinn seines Philosophie- und VWL-Studiums zweifelnden ehemaligen Waldorfschüler. Christoph erzählte ihm von seiner Idee. Auf Leons erste Reaktion „Das kann doch nicht funktionieren!“ folgten eine Diskussion über bildungswissenschaftliche Erkenntnisse und eigene Erfahrungen – und zwei Wochen später eine E-Mail von Leon mit dem Beschluss „Wir gründen jetzt eine Schule“.

Auf der Suche nach Ideen, wie man so eine freie alternative Schule am besten bekannt macht und wie man nach potentiellen Schülern, Eltern und Lehrern sucht, wurde den beiden schnell klar, dass es zu wenige Informationen zu diesen Themen gab. Es schien nichts zu existieren, was den bildungswissenschaftlichen Hintergrund mit den eigenen Erfahrungen von Schülern und Lehrern an alternativen Schulen verbindet und was die vielen Eltern und Kinder erreichen kann, die sich oft schon daran gewöhnt haben, dass Schule einfach keinen Spaß macht.

Christoph arbeitete zu dieser Zeit einem Spielfilm und da Leon ebenso gerne seine Filmader ausprägen wollte, beschloßen sie vor der Gründung der Schule des Lebens, einen Film über freie Schulen zu drehen.

So stießen sie zur Konferenz der EUDEC (Europäische Demokratische Bildungsgemeinschaft) in Freiburg im Sommer 2012, wo ihre ersten Interviews zum Thema freie alternative Schulen entstanden.

Schools of Trust ist selbst ein Beispiel davon, wie lebenslanges Lernen von Leidenschaft getrieben werden kann: Eine einfache Spiegelreflex-Kamera, Internet Tutorials über Kameratechnik und Filmbearbeitung und die spontane Idee „Lass uns morgen doch mal zur EUDEC fahren“ führten in etwas mehr als fünf Jahren zu einem Film, der bisher mehr als 20 Gründungsgruppen in Deutschland auf den Weg gebracht oder ihnen den nötigen Anschub gegeben hat.

Die wöchentlichen Anfragen nach Ratschlägen zum Thema Schulgründung haben Christoph dazu inspiriert, weitere Videos über die Finanzierung von freien Schulen oder spezifische Richtlinien in den Bundesländern zu produzieren, außerdem bietet er kostenlose Wochenend-Workshops und telefonische Beratung zum Thema Schulgründung an. Trotz allem ermutigt Christoph alle Bildungsinteressierten, nicht darauf zu warten, bis jemand wie er sie mit Informationen versorgt, sondern selbst loszulegen, andere Menschen zu begeistern, Schulgründer zu interviewen und Inspirationen, Informationen und Erfahrungen mit anderen zu teilen.

Das neueste Projekt von “Schools of Trust”, der “Schools of Trust Blog”, soll dabei helfen, Schülern, Eltern und Lehrern eine Stimme zu geben. Eine Stimme, die hoffentlich dazu führen wird, die Angst vor dem Unbekannten zu nehmen, Schulgründungs-Gruppen zu inspirieren und miteinander zu vernetzen. Außerdem werden wir Schulen und Organisationen sowie wissenschaftliche Studien vorzustellen, die beweisen: Ja, es kann funktionieren.

 

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